| Beitrag zur Erhaltung des
brasilianischen Küstenregenwaldes durch die Erarbeitung von ökonomisch und ökologisch nachhaltigen Tourismusansätzen für den Serra dos Órgãos National Park und die umgebende Tourismusregion. |
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| Touristenbefragung: Besucher des Serra dos Órgãos National Parks im November und Dezember 2003. 200 Fragebögen wurden verteilt, davon 125 “brauchbar” ausgefüllt. Stichprobenerhebung der Tagestouristen, nur Erwachsene (über 18 Jahre). Ziel: Identifikation von Art und Motivation der Touristen. |
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| Hotelbefragung: Totalerhebung der 10 großen Hotel/Fazendas in der Projektregion. Ziel: Aufzeigen der wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den Hotels und der Region, ihre ökologische Ausrichtung, Profil und Motivation der Gäste. |
| Der brasilianischen Küstenregenwald ist einer der„Hotspots“ für Biodiversität und endemische Arten weltweit mit einer immensen Bedeutung für das globale ökologische Gleichgewicht. | |
| Er ist in steigendem Maße durch wachsenden Bevölkerungsdruck und unangepasste Landnutzung bedroht. |
| Ökotourismus gilt als eine besonders viel versprechende Form der Inwertsetzung tropischer Regenwälder, da er ein enormes wirtschaftliches Potential besitzt. | |
| Internationale Organisationen (UNEP, WWF, IUCN, CI, World Bank) und die Agenda 21 unterstützen Ökotourismus, vor allem in Schutzgebieten, als Strategie zur Bekämpfung von Entwaldung und zur Stärkung einer ressourcenschonenden Nutzung Tropischer Regenwälder. | |
| Die Projektregion hat sowohl ein großes natürliches als auch das entsprechende wirtschaftliche Potential für die Implementierung von Ökotourismus-Prinzipien. |
| 138.000 Einwohner | |
| 83,5% Urbanisierungsrate | |
| Wirtschaft: Tourismus, Industrie, Landwirtschaft | |
| Abfall- und Abwasser Management: 91% des Mülls wird zentral gesammelt, 8% des Abwassers Kanalisation, 53% septischer Tank, 21% in Flüsse und Seen! |
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| Petrópolis & Nova Friburgo sind größer, wohlhabender und wesentlich besser ausgestattet | |
| Hohe ökologische Sensibilität der Landschaft und ihrer natürlichen Ressourcen | |
| Gegründet 1939 (zweitältester N.P. in Brasilien) |
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| 10 527 ha, 87km Umfang | |
| Submontaner, montaner und hochmontaner ombrofiler Regenwald, Campos de altitude | |
| Vögel, kleine Säugetiere, Primaten (Muriqui), darunter zahlreiche gefährdete Arten | |
| Touristische Höhepunkte: Felsformationen (Klettern), spektakuläre Landschaft und Natur (Wandern), natürliches Schwimmbecken, Picknick (Erholung) |
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| Sehr gute Erreichbarkeit und Nähe zu Rio | |
| Situationsanalyse (Nationalpark/Region): | |||
| Was wurde untersucht? | |||
| Zusammenfassung der Ergebnisse | |||
Situationsanalyse
Serra dos Órgãos N.P.
| Allg. Kriterien der Nationalparkverwaltung: IBAMA Ziele (Umweltschutz, -erziehung und Forschung, ökologischer Tourismus), Planungsgrundlagen, Aufgaben etc. Organisatorischer Hintergrund zur Regelung von Tourismus im Nationalpark. Finanzielle und personelle Situation. | |
| 2. Beschreibung der natürlichen Ressourcen und ihrer Bedeutung für den Park, Stand evtl. Forschungen. | |
| Bestandsaufnahme der touristischen Infrastruktur des Parks: Attraktionen & Ausstattung (Wege, Aussichtspunkte, Beschilderung, Gebäude), Services (Transport, Informationen usw.). | |
4.
Touristen/Besucherprofil
Fragebogenanlyse
| Stärken | |
| Park ist nach modernen ökologischen Gesichtspunkten organisiert (Zonierung etc.), basiert auf Managementplan an dessen Erarbeitung die GTZ beteiligt war. | |
| Besucherkapazität ist ausgelastet | |
| Gute Programme für Schüler/Schulen in punkto Umwelterziehung | |
| Vorhandene Kooperationen/Projekte zum Umweltschutz: | |
| Projeto Paquequer, Programa Muriqui |
| Touristische Attraktionen: | |
| kühles Bergklima, | |
| spektakuläre Landschaft, | |
| alpine Atmosphäre | |
| Vielfältige und hochwertige Hotellerie & Gastronomie | |
| Natur (Wasserfälle, Atlantischer Regenwald) | |
| Sehr gute Erreichbarkeit und Nähe zu Rio |
| Touristische Route – siehe Poster | |
| Einzige Öko-Zertifizierung in Brasilien – EMBRATUR ID für Guides | |
| 4 Anbieter in Teresópolis Vergleich mit Richtlinien für Ökotourismus-Anbieter (TIES): ökologisch angepasst, kleine Familienunternehmen, es wird (noch) kein Überschuss erwirtschaftet, der in die Umwelt reinvestiert werden könnte. |
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| 60% Internationale Kunden (bei nur 3% in der Region) |
| Wichtigste Ergebnisse: | |
| All-inclusive Resort-Stil, aber mit
unterschiedlicher Gewichtung bzgl. Angebot und Zielgruppen |
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| Hochpreissegment mit bis zu 600 R$ pro Übernachtung (all inclusive). | |
| starke Lobby mit hohem Einfluss auf lokale politische Entscheidungen | |
| Motivation der Touristen: Erholung, Ruhe, Natur, Sicherheit | |
| Kein Bedarf and Exkursionen etc. außerhalb des hoteleigenen Geländes | |
| Besucherprofil: 50% Geschäftsreisende, 50% Freizeittouristen (Familien oder Paare) | |
| Hochsaison zwischen Weihnachten und Karneval, Ostern, Juli. Keine Tiefsaison, da Ausgleich durch Geschäftstourismus | |
| Herkunft der Gäste è | |
| Auslastungsrate von 45-64% | |
| 90% Wochenendgäste, länger im Juli | |
| Festangestellte AK überwiegen, wenig saisonale AK. Aus der Region è | |
Hotelbefragung III - Versorgung
| Produkte des täglichen Bedarfs: lokale Märkte in der nächsten Umgebung | |
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mittelfristiger Bedarf und non-food: nächstes größeres Zentrum: Teresópolis o. Nova Friburgo |
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| Rio oder Sao Paulo nur in speziellen Fällen | |
| Anteil an Eigenproduktion wächst (ökologischer Gemüseanbau) | |
| Bedarf an Spezialitäten (Shiitake, Ziegenkäse; Honig) für Restauration | |
Hotelbefragung IV – Rosa dos Ventos
| Natürliche Lage |
Positive und negative Aspekte der Hotel/Fazendas*
| Positiv | |
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Beitrag zur Erhaltung von Waldfragmenten (bis 750 ha Besitz, davon 5-10% bebaut) |
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Geringer Flächenverbrauch, Bebauung v.a. in schon anthropogen veränderten Tälern |
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| Überwiegend ökologisch orientiert | |
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Nutzen für die lokale Bevölkerung durch Schaffung von permanenten Arbeitsplätzen |
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Unterstützung der lokalen Landwirtschaft und Unternehmen (z.B. Bauhandel, Handwerker) und Dienstleister |
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Schaffung von Nachfrage für Spezialitäten und spezielle Dienstleistungen |
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| Negativ | |
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Nutzen für lokale Bevölkerung gering im Vergleich zum Individualtourismus |
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Kein Nutzen für lokale Tourismusanbieter wie (Agenturen, Guides etc.) |
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| Förderung des Individualverkehrs | |
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Kein Beitrag zur Umwelterziehung (mit 1 Ausnahme) und Bewusstseinsbildung |
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Keine touristische Zusammenarbeit dem Serra dos Orgãos Nationalpark oder anderen Schutzgebieten |
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| Höchste Anzahl an nicht-dauerhaft genutzten Eigenheimen in Teresópolis (19,8%) | |
| 90-95% der Käufer aus Rio de Janeiro | |
| Landschaft, Ruhe und Lage am Waldrand sind wichtige Verkaufsargumente. | |
| Illegale Bodenspekulationen,
Flächenverbrauch in Hanglagen und Verbunden mit Waldrodung, Anstieg von Immobilienpreisen, Verbrauch von natürlichen Ressourcen. |
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| Wirtschaftlicher Nutzen für lokales Baugewebe, und allgemein durch Kaufkraft der neuen Hausbesitzer. | |
| Stark entwickelte, teilw. überentwickelte Ferienregion mit intensivem hochpreisigem Wochenend- und Freizeittourismus | |
| Ungleiche Verteilung der Entwicklung
entlang Leitlinien – ungleiche Einkommensverteilung |
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| Nachfrage durch Tourismus hat ein eng verzahntes Netz von Produzenten und Konsumenten hervorgebracht, v.a. für ausgefallene Produkte | |
| Teile der touristischen Infrastruktur
sind ökologisch angepasst (Hotels, Ökotourismus-Anbieter, neue Konzepte wie
TERE-FRI), andere ökologisch extrem destruktiv (Ferienhaussiedlungen) |
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| Serra dos Orgãos N.P. und die umgebende Tourismusregion haben keine Gemeinsamkeiten: Verwaltung, Ziele, Finanzierung, Zielgruppe und Motivation der Touristen sind komplett verschieden. | |
| Kaum Ökotourismus-Angebote im engeren Sinne, da geringe Nachfrage. |
Ökologische Auswirkungen des Tourismus
| Nationalpark: | |
| Probleme durch Übernutzung, mangelnde
Instandhaltung und Kontrolle, fehlende Forschung (Tragfähigkeit etc.), zurückzuführen auf administrative und finanzielle Probleme. |
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| Region: | |
| Verkehr (CO2 Emmission), Abfall und Abwasser, Waldrodung (Ferienhaussiedlungen), unkontrollierte Tourismusaktivitäten in der Natur | |
Ökonomische und sozio-kulturelle Auswirkungen
| Ökonomisch v.a. positive Auswirkungen | |
| Kulturell keine Auswirkungen | |
| Soziale Auswirkungen: | |
| Einwanderung sozial schwacher Bevölkerungsschichten als billige Arbeitskräfte im Tourismussektor | |
| Anstieg von Preisen und damit der Lebenshaltungskosten | |
| Verstärkung sozialer Disparitäten | |
| Wichtiges Potential liegt in der Verknüpfung von Region und N.P. zu einer touristischen Einheit, z.B. durch: | |
| Gemeinsame Marketingkonzepte | |
| Gemeinsame Aktionen zu Umweltschutz und Umwelterziehung | |
| Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen (outsourcing etc.) |
| Beispiel 2: Ausbau des Animal Care Center | |
| Zugang für die Öffentlichkeit, mit Erklärung der Tiere und ihrer Geschichte – vor allem für Kinder | |
| Publikation des Genesungszustandes, Tag der Freilassung etc. auf parkeigener Internetseite | |
| Finanzierung durch „Adopt an Animal“ | |
| Besonderer Eintrittspass für Kinder, die „Ihr Tier“ regelmäßig besuchen möchten | |
| Erwarteter Nutzen: | |
| Generelle Erhöhung der Attraktivität | |
| Milderung der Kritik vieler Touristen, dass keine Tiere zu sehen sind | |
| Stärkere Bindung des N.P. an die lokale Bevölkerung durch häufige Interaktion | |
| Beispiel 3: | |
| Bessere Kontrolle von Tourismusaktivitäten an natürlichen Attraktionen, zur Verhinderung weiterer Schädigungen durch Unrat, Fäkalien etc. | |
| evtl. Erhebung eines geringen Eintrittsgeldes zur Finanzierung von: | |
| einfachen sanitären Anlagen, Müllbeseitigung |